Hinter der eigenen Umfriedung sammeln, ordnen und belegen, dann gezielt hinauswirken — nur der letzte Schritt verlässt den eigenen Rechner, und nur nach Freigabe.
Die Herausforderung
Betroffene in langlaufenden Konflikten kleiner Wohnungseigentümergemeinschaften (insbesondere Zweier-WEGs) sind strukturell unterlegen: Papierflut als Zermürbungstaktik, Kostenasymmetrie, Verjährungsfallen und über Jahre verstreute Beweise — E-Mails, Messenger, Scans, Fotos, Verfahrensakten. Kanzleien lehnen solche Mandate oft ab, weil die Einarbeitung unbezahlbar ist. Wer im Recht ist, kann trotzdem verlieren — schlicht, weil er sein eigenes Material nicht geordnet bekommt.
Der Name trägt die Absicht. Qela ist das hebräische qelaʿ — zugleich die gewebten Behänge, die einen Vorhof umfrieden, und Davids Steinschleuder. Die Umfriedung ist die local-first-Datenhaltung; die Schleuder ist die präzise, gut vorbereitete Zulieferung für die Kanzlei. Nicht Kraft — Vorbereitung und Treffsicherheit.
Der Ansatz
- Local-first als Prinzip (Datenhoheit). Der gesamte Dokumentenbestand wird auf dem Rechner des Nutzers ingestiert — E-Mail (mbox/Thunderbird, PST, IMAP), WhatsApp-Exporte, Mobilgeräte, PDFs, Scans und Fotos. Der zentrale Datenpool verlässt die Platte des Nutzers nie; nach außen gehen nur Modell-API-Aufrufe mit dem eigenen Schlüssel.
- Eine validierte Wissensbasis. Nachrichten in einem JSONL-Speicher; Fakten, Beteiligte, Verfahren und Beziehungen in menschenlesbaren, diffbaren YAML-Registern. Jeder Fakt trägt eine Konfidenzstufe, und ein beidseitiger Lebenszyklus wägt eine Aussage gegen die Urkunde, die sie belegen würde.
- Human-in-the-loop-KI mit Gegenprüfung. Nach jedem Fund laufen fünf feste Prüfloops; ein explizites Mensch-Gate verlangt aktive Bestätigung; und ein „Advocatus-Diaboli“-Lauf versucht, jede Schlussfolgerung zu widerlegen, bevor etwas das Versand-Gate passiert.
- RDG-konform per Architektur. Das Werkzeug ordnet, verknüpft, dokumentiert, berechnet und bereitet zu — es berät nicht. Fristen und rechtliche Einordnungen tragen stets den Vermerk „anwaltlich zu prüfen“. Die Kanzlei-Schnittstelle ist Teil der Zulässigkeitsarchitektur, nicht Beiwerk.
- Eine Anfrage-Schnittstelle für die Kanzlei, keine Rohdaten-Kopie. Statt Dateien zu übergeben, erhält die Kanzlei einen strukturierten, KI-durchsuchbaren Anfrage-Kanal: Anfragen werden gebündelt, lokal beim Nutzer abgearbeitet und Ergebnisse erst nach expliziter Freigabe bereitgestellt. Die Übergabepakete sparen genau die Einarbeitung, die eine Kanzlei sonst berechnen müsste.
Das Ergebnis
- Ein funktionierender Python-Kern (das „M1-Harness“): Ingest-Pipeline, Register, Konfidenzsystem, die fünf Prüfloops, ein Validator mit Versand-Gate und eine KI-Schicht mit Provider-Routing auf dem Claude Agent SDK — abgesichert durch eine umfangreiche Testsuite.
- Eine private, passwortgeschützte Vorschau unter qela.legal.
- Die fallneutrale Destillation eines realen, hochkomplexen Langzeitfalls — unter der eisernen Regel, dass nie echte Falldaten in den Code gelangen; alle Testdaten sind synthetisch.
Was das zeigt
- Systemdenken in einer wirklich schwierigen Domäne: Ingest-Pipelines, ein Konfidenzmodell, Human-in-the-loop-KI mit gegnerischer Prüfung und in die Architektur eingebaute Rechtskonformität statt nachträglich aufgesetzt.
- Ernsthaftes KI-Engineering: Multi-Provider-Routing nach Datenklasse × Aufgabentyp, ein Agent-Harness und ein DSGVO-Einwilligungs-Gate.
- Urteilsvermögen, wo Automatisierung aufhören muss — das Mensch-Gate und die Linie „ordnet, berät nicht“ sind bewusste Design-Entscheidungen, keine Einschränkungen.
- Local-first-Privacy als erstes Prinzip, nicht als Feature.
Technik im Überblick
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